Makanan

Nach drei Monaten in meinem Gastland verfestigten sich Eindrücke und Meinungen, die man über die Menschen, denen man begegnet ist, gesammelt hat. Für mich stellte sich heraus, dass Makanan eine zentrale Rolle im Leben der meisten hier hat. Doch was verbirgt sich hinter diesem Wort? Makanan bedeutet Essen. Entschuldigung an alle die dachten, dass sei eine Mentalität der Malaisen wie beispielsweise Hygge für die Dänen. Nein, viele meiner Bekanntschaften haben einen großen Teil für Essen in ihrem Leben reserviert. Das bekommt man auch offen mitgeteilt. Das Motto: „Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Abendessen wie Bettler“  findet sich hier nicht wieder. Für mich persönlich war diese Philosophie nie Realität und wird nach meinem Jahr sicher auch keinen Einzug in mein Leben finden. Doch wie beschreibt man nun einen elementaren Bestandteil des Lebens hier? Fangen wir doch mal mit den Mahlzeiten an. Neben den bekannten Frühstück, Mittagessen und dem Abendbrot hat sich hier für die Zeit zwischen diesen Mahlzeiten jeweils ein weiteres Mahl hinzugesellt. Besonders bei den Camps habe ich das gemerkt. Während man dort praktisch jederzeit eine Kleinigkeit essen konnte. So kam nie wirklich Hunger auf, da man ständig noch satt war. In meinem Projekt gibt es neben den drei Hauptmahlzeiten noch die Tea Time. Damit ist das doch gar nicht mal so anders wie zuvor in Deutschland.

Doch nun stellt sich die Frage: Was isst man hier? Wenn man sich bei einem sicher sein kann, dann ist es in meinem Projekt Reis. Hier bekommt der Begriff Grundnahrungsmittel eine ganz andere Bedeutung, denn zu jedem Mittag- und Abendessen gibt es Reis. Man sollte meinen, das dies einem auf Dauer ganz schön auf den Keks gehen könnte. Doch bisher bin ich den weißen Körnern noch nicht überdrüssig. Als Beilage wird meistens ein Curry serviert und Gemüse oder Tofu. Recht schnell habe ich mein Essen zusammengestellt und beginne meine Entdeckungsreise in die Welt der Gewürze und Kräuter. Neben Curryleaf und Nelken oder Chili gibt es nämlich noch unzählige andere Zutaten, die in meinem Mund eine Art Feuerwerk entfachen. Bei zu viel Chili kann es aber auch nur Feuer sein.

In Penang sind wir im Food Paradise gelandet wie uns jeder versichert. Tatsächlich findet jeder etwas ob Indisch, Malaiisch oder Chinesisch, alle Volksgruppen sind hier vertreten. Natürlich gibt es auch das Restaurant mit dem goldenen M, aber dorthin hat es mich noch nicht verschlagen. Interessanter sind da schon eher die Straßenstände. So erfährt man von den Einheimischen, dass das beste Nasi Kendar ein kleiner Stand in einer unscheinbaren Straße hat. Doch auch Früchte wie Mango, Papaya oder Mango gibt es an den Straßen zu kaufen. Saisonal kann man auch Durian finden. Die Stinkfrucht, unter Durian wohl besser bekannt ist, habe auch ich probiert. Ich möchte keinem die Erfahrung nehmen einmal selbst zu probieren, aber der Name hält sich nicht umsonst so hartnäckig. Deshalb ist es sogar in einigen Bussen verboten eine Durian zu transportieren. Wer dann durstig ist kann sich auch eine frische Kokosnuss aufschneiden lassen und daraus trinken oder einen der unzähligen Fruit Drinks auswählen. Ein Tipp von mir: Am besten immer ohne Zucker bestellen, dann bekommt man für wenig Geld einen frischen eiskalten Vitamindrink. Allgemein muss man für Essen keine Unmengen an Ausgaben erwarten. Meist zahlt man für ein vollwertiges Essen etwas über einen Euro. Das ist toll und macht Laune mehr zu probieren. Und das geht leichter als man denkt. Oft esse ich etwas ohne zu wissen was es ist. So habe ich später erfahren, dass ich Qualle oder auch Hai gegessen habe. Ja das ist dann schon ganz interessant.

Allerdings habe ich ein Problem mit dem Essen in meinem Projekt. Die beiden Freiwilligen vor mir haben so viel gegessen, dass ich jedes Mal ungläubig angeschaut werde wenn ich mit normal gefülltem Teller am Tisch sitze. Ich kann ja einiges essen, jedoch scheint das noch lange nicht an Kapazitäten meiner Vorgänger heranzukommen. Da haben wir den Salat. Ach ja, den gibts übrigens auch selten.

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3 Kommentare

  1. Karin 28. Oktober 2017

    Interessant wäre, was für ein Gericht auf dem Teller des Bildes ist.

    • nils 30. Oktober 2017 — Autor der Seiten

      Das Gericht heißt Nasi Kerabu. Der Reis ist dabei besonders, denn er bekommt seine blaue Farbe von der Blüte der blauen Klitorie.

  2. Tanja 25. November 2017

    Schöner Teller!

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