Die kleinen Dinge

Aufmerksame Leser meines Blogs dürften bemerkt haben, dass in letzter Zeit mehr allgemeinere Themen den Blog bestimmen. Das liegt eben an der Tatsache, dass mein Arbeitsalltag nicht jede Woche etwas berichtenswertes bietet. Deshalb berichte ich eben über Dinge, die mir manchmal bewusst und manchmal unterbewusst auffallen.Heute möchte ich über die kleinen Dinge schreiben, wie es der Titel schon suggeriert. Was ich damit meine sollte im Laufe des Beitrags klar werden.

Glück ist die Summe aus vielen Kleinigkeiten. Was wie einer dieser billigen Kalendersprüche klingt, hat bei mir einen großen Eindruck hinterlassen. Vor ein paar Jahren bin ich mehr oder weniger selbst zu dieser Erkenntnis gekommen und habe sie bisher nicht vergessen. Die meisten von uns suchen immer das „große“ Glück und blenden damit viel zu oft den Alltag aus. Dabei passieren gerade dort so viele kleine Momente, die wertvoll sind. Was ich damit meine möchte ich an ein paar Beispielen zeigen:

Alleine schon die Tatsache, dass man morgens mit einem Lächeln der Bewohner begrüßt wird sorgt für einen guten Start in den Tag. Ich meine man hat noch rein gar nichts gemacht und alleine nur durch meine Präsenz entsteht ein fröhlicher Ausdruck in den Gesichtern der Bewohner. Das wirkt dann wie ein Spiegel auf mich und ich muss unweigerlich auch grinsen. Deswegen hatte ich auch wahrscheinlich noch nie einen schlechten Start in den Tag. Doch nicht nur morgens kann ich dieses Phänomen beobachten. Auch wenn ich zurück ins Home komme, ist normalerweise immer jemand da, der mich freundlich begrüßt.

Ein weiterer Punkt der regelmäßig Endorphine in meinem Körper freisetzt ist wohl das Essen. Ich erinnere mich noch wie es am ersten Morgen Roti Canai zum Frühstück gab und ich eher semi-begeistert war. Damals hätte ich nicht gedacht, dass sich das so stark ändern würde. Roti Canai und Thosai gehören neben French Toast auf jedem Fall zu meinem favorisierten Frühstück hier. Ich habe mich sogar einmal dabei erwischt wie ich unterbewusst mit meiner Hand gegessen habe, während die Bewohner dazu angehalten sind mit Besteck zu essen. Doch irgendwie hatte ich das vollkommen vergessen und ohne groß nachzudenken die typisch indische Essenskarte übernommen. Auch beim Lunch gibt es eine Sache, die mich jedes Mal freut. Backed Beans. Während ich in Deutschland zuvor nie diese Art von Bohnenzubereitung probiert hatte ist es hier zu einer Art Leibspeise geworden. Die Bohnen in Tomatensoße erinnern doch in gewisser Weise an Western food und auch wenn ich, wie erwähnt, das lokale Essen liebe, ist diese Beilage gelegentlich sehr nett.

Ein zweischneidiges Schwert ist wohl die Temperatur. Während selbst die Locals manchmal über die Hitze klagen gehören hier 30°C plus schon zur Normalität. Ja das klingt jetzt im Winter richtig schön. Ist es auch wenn man sich nicht an der Tatsache stört, dass man eigentlich immer schwitzt. Doch genau diese Wärme ist der ausschlaggebende Punkt für mein Wohlbefinden am Abend oder in der Nacht. Man kann eigentlich zu jeder Tages- und Nachtzeit vollkommen unbekümmert nach draußen gehen ohne sich Gedanken machen zu müssen, welche Jacke man nun mitnimmt oder ob man noch etwas zum „Drüberziehen“ braucht. Gerade wenn man dann abends die kühle Mall verlässt und einem warme Luft entgegen strömt kommen Glücksgefühle auf. Dies ist mir auch bewusst geworden, als wir Ende Januar auf den Philippinen im Pazifik gebadet haben.

Die wohl Sache, die wohl aber am häufigsten auftritt und mich glücklich macht, sind die Locals. Die Gastfreundlichkeit und die Hilfsbereitschaft sind immer wieder so schön. Auch wenn man erzählt warum man gerade in Malaysia ist bekommt man ehrliches Interesse und nicht selten bedanken sich Menschen, die in feinster Weise mit meinem Projekt in Verbindung stehen sich bei mir. Einfach nur dafür, dass ich da bin. Dabei müsste doch ich eigentlich derjenige sein, der dankbar ist. Ich glaube es ist eine gegenseitige Wertschätzung, die mir regelmäßig das Gefühl gibt, dass ich das richtige mache.

Ich könnte noch vieles mehr nennen, doch ich hoffe die Botschaft ist klar geworden. Man sollte nicht auf Glück warten, denn das kleine Glück liegt in vielen Dingen. Wenn man diese Aussage auf sich wirken lässt und sich einlässt dem kleinen Glück eine Chance zu geben, wird man aller Wahrscheinlichkeit viel bewusster mit Dankbarkeit den Tag genießen. Es mag vielleicht nicht jeden Tag etwas geben, was man als Glück bezeichnen kann, aber ich bin mir sicher jeder findet etwas was in der vergangenen Woche die eigene Welt etwas mehr zum Strahlen gebracht hat.

Es gibt das Sprichwort mit dem schallenden Wald. Ich bin mir sicher, dass man mit einer ganz anderen, optimistischeren Haltung durchs Leben läuft, wenn man den Menschen einfach mal ein Lächeln schenkt. Es kostet nichts aber es verschönert den Tag des Einzelnen ein klein bisschen.

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

© 2020 Nils Blog

Thema von Anders Norén